Hüftarthroskopie

Eine Hüftarthroskopie ist eine minimal-invasive Operation welche dazu dient, das Hüftgelenk mit einer Kamera zu inspizieren und Schäden oder Formstörungen der Knochen und der Weichteile während der gleichen Operation behandeln zu können.

Wann braucht es eine Hüftarthroskopie?

Diese Operation dient dazu, Formstörungen der Hüfte oder Schäden der Knorpellippe am Pfannenrand zu behandeln, bevor es zu grösseren Knorpelschäden kommt (Link Leporello: Ursache von Hüftschmerzen).

Wie wird eine Hüftarthroskopie durchgeführt?

Bei der Hüftarthroskopie wird über drei kleine Schnitte eine Kamera sowie Arbeitsinstrumente ins Hüftgelenk eingeführt. Die Kamera erlaubt die Sicht auf das Gelenkinnere (Abbildung 1) und mit den Instrumenten können Schäden der Knorpellippe am Pfannenrand oder Formstörungen des Knochens behandelt werden (Abb. 2). Dabei wird eine abgerissene Knorpellippe meist mit Fäden refixiert und überstehender Knochen am Kopf oder an der Pfanne wird abgetragen. Dieser Eingriff dauert ca. 2 Stunden.

Abb. 1: Röntgenbild (li) und Kamerasicht (re) auf den Knochenüberstand am Kopf-Schenkelhalsübergang (Markierung mit Stern/Pfeilen)
Abb. 2: Röntgenbild (li) und Kamerasicht (re) auf den Schenkelhals nach Abtragung des Knochens am Schenkelhas (Markierung mit Pfeilen)

Wie geht es weiter nach der Operation?

Nach der Operation werden Sie in der Aufwachstation überwacht und am selben Tag in Ihr Zimmer verlegt. Die operierte Hüfte wird gleich nach dem Eingriff auf einer elektrischen Bewegungsschiene bewegt. Am ersten Tag nach der Operation besucht Sie jemand von der Physiotherapie und hilft Ihnen, das erste Mal aufzustehen. Während 6 Wochen sollen Sie zwei Gehstöcke verwenden. Wurde während der Operation die Knorpellippe am Pfannenrand refixiert muss in dieser Zeit eine Teilbelastung eingehalten werden, ansonsten dürfen Sie das operierte Bein so stark belasten, wie Ihre Beschwerden dies zulassen. Sie werden ausserdem durch die Physiotherapie instruiert, wie sie ein selbstständiges Training auf dem Hometrainer durchführen sollen. Dieses selbstständige Training ist ebenfalls während 6 Wochen regelmässig notwendig. Sobald Sie Ihre Selbstständigkeit (an zwei Stöcken gehen, aus dem Bett aufstehen, mit den Stöcken Treppen steigen etc.) wieder erlangt haben und durch am Hometrainer instruiert wurden, dürfen Sie das Spital verlassen. Dies ist meist 1-2 Tage nach der Operation der Fall.

Wie geht es weiter nach dem Spitalaufenthalt?

Die ersten 6 Wochen nach Operation

Sie sollen konsequent 2 Gehstöcke verwenden. Die Belastung der operierten Hüfte hängt davon ab, was während der Operation gemacht wurde. Meist ist die Vollbelastung erlaubt, bei einer Refixation der Knorpellippe am Pfannenrand muss jedoch eine Teilbelastung eingehalten werden. Eine ambulante physiotherapeutische Nachbehandlung ist in dieser Zeit nicht notwendig. Wir empfehlen stattdessen ein selbstständiges Training 3 Mal pro Tag während 15 Minuten auf dem Hometrainer. Je nach beruflicher Tätigkeit und Arbeitsweg dürfen Sie Ihre Arbeit in Teilzeit wieder aufnehmen.

Nach den ersten 6 Wochen

Nach 6 Wochen werden wir Sie telefonisch kontaktieren und darüber entscheiden, ob die Gehstöcke weggelassen werden dürfen. Sie werden dann auch eine Physiotherapieverordnung erhalten um die Belastungssteigerung zu üben und eine Kräftigung der Hüftmuskulatur durchzuführen. Eine erste Kontrolle bei uns findet 2 Wochen später (also 8 Wochen nach der Operation) statt. Bei dieser Kontrolle wird die Hüfte untersucht und es wird über die weitere Behandlung entschieden.

Erfolgsaussichten und Prognose

Erfahrungsgemäss sind Sie nach diesem Eingriff im Alltag beschwerdefrei. Ob und in welchem Ausmass bei intensiven sportlichen Aktivitäten noch Beschwerden auftreten, hängt im Wesentlichen davon ab, wie weit fortgeschritten die Knorpelschäden vor der Operation bereits waren und wie ausgeprägt die nach der Operation entstehenden Vernarbungen sind.